Zum Blog

Tipps für nachhaltigeres Gärtnern

Platz ist in der kleinsten Hütte oder eben auch auf dem Balkon. Auch wenn man im eigenen Garten mehr Möglichkeiten hat, um sich auszutoben – ob platztechnisch oder in der Vielfalt – ist nachhaltiges Anpflanzen oder Gärtnern im Kleinen auch auf dem Balkon möglich. Ein kleines Gewächshaus oder ein Hochbeet für den Balkon kann selbst gebaut, online oder im Baumarkt gekauft werden. Dasselbe gilt auch für den Garten. Der Fantasie sind lediglich handwerkliche Grenzen gesetzt.  

Im Blogbeitrag haben wir ein paar Tipps zum Thema „Nachhaltiges Gärtnern“ zusammengefasst, die – im Kleinen – auch für den Balkon nützlich und leicht umzusetzen sind.    

Regenwasser sammeln

Unser Leitungswasser als Trinkwasser ist nicht nur ein teures Gut, sondern für Pflanzen auch nicht die erste Wahl. Regenwasser hingegen kann in Behältern gesammelt und ohne schlechtes Gewissen vergossen werden. Im Garten stehen deshalb Regentonnen oder Zisternen, die volllaufen können. Da der Balkon weniger Platz bietet, müssen Balkon-Gärtner:innen erfinderisch werden. Regenwassersammler können mit etwas handwerklichem Geschick selbst gebaut und am Balkon angebracht werden. Möglicherweise muss dafür die Genehmigung der Vermieter eingeholt werden.

Anzuchterde selbst herstellen

Aus ein Drittel Gartenerde, ein Drittel Kompost und ein Drittel Sand können Gärtner:innen ihre Auszuchterde selbst mischen und anschließend 45 Minuten bei 120 Grad im Ofen sterilisieren bzw. dämpfen. Mit der Zusammensetzung kann auch experimentiert werden, um ein für sich perfektes Mischverhältnis zu erreichen. Prinzipiell sollte Anzuchterde locker, fein, gut wasserspeichernd aber durchlässig, nährstoffarm, keimfrei und frei von Wildkräutersamen sein.

Selfmade-Kompost

Kompost verbessert den Boden und liefert den Pflanzen beim Wachstum wertvolle Inhaltsstoffe. Viele Küchenabfälle können kompostiert genutzt werden, um den Zukauf von Erde zu reduzieren, die wiederum in Plastiksäcken verpackt ist. Erde sollte generell torfreduziert oder sogar torffrei sein. Komposter für den Garten können selbst gebaut werden. Im Handel gibt es kleinere Varianten für den Balkon.

Recyclingaussaatgefäß

Wer nachhaltig und kostensparend aussäen möchte, kann sich Anzuchtgefäße auch ganz einfach selbst basteln. Dafür eignen sich beispielsweise Joghurtbecher, Eierkartons oder das Innenstück von Toiletten- und Küchenpapierrollen. Bei Bechern aus Plastik ist es nur wichtig, dass Löcher im Becherboden sind, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Von einem Eierkarton muss lediglich der Deckel abgetrennt sein, um zwei einsatzfähige Anzuchtschalen zu haben. Toilettenpapierrollen eignen sich nach einem kleinen Basteleinsatz, um die Rollen auch mit einem Boden zu versehen, besonders gut als Anzuchttopf. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, alte Behältnisse etc. zu Anzuchtgefäßen umzufunktionieren. Gärtner:innen können hier kreativ werden.

Samen aus eigenen Pflanzen gewinnen

Es ist ganz einfach, Samen für eine neue Aussaat aus den eigenen Pflanzen zu gewinnen. Dazu brauchen die Samen von kräftig gewachsenen Pflanzen nur geerntet und getrocknet zu werden. Um für eine hohe Keimfähigkeit der Samen zu sorgen, gibt es manchmal Kleinigkeiten zu beachten, die Gärtner: innen am besten individuell recherchieren.

Kostenlose Saatguttauschbörsen wurden in den letzten Jahren eine immer beliebtere Möglichkeit, alte und besondere Sorten zu finden, die es im Handel nicht mehr gibt. Dort treffen sich Gärter:innen aller Couleur, vernetzen sich, tauschen oder verschenken Samen. Die Termine und Orte dieser Tauschbörsen stehen in der Regel im Internet.

Kunststofffrei gärtnern

Töpfe aus Ton oder beispielsweise Weide sind umweltfreundlicher. Und sehen schöner aus. Auch im Minigewächshaus auf dem Balkon lassen sich Töpfe aus Ton gut unterbringen. Pflanzen, die im Baumarkt angeboten werden, gibt es in der Regel in Plastetöpfen. Manche Großgärtnereien oder Pflanzenmärkte bieten sogenannte "Bring-back-Pfandkisten" an. Diese können nach dem Transport der Pflanzen nach Hause oder in den Garten einfach wieder zurückgebracht werden.

Unkraut ohne Chemie entfernen

Chemiekeulen sind nicht nur umweltschädlich, sondern auch out. Wer gärtnern möchte, kommt mit Körpereinsatz auch ohne Chemie im Garten oder auf dem Balkon aus. Unkraut jäten und ein regelmäßiges Auflockern der Erde schont das Bodenleben und steigert gleichzeitig die Wasserspeicherkapazität. Im Garten sorgt auch eine dichte Beetbepflanzung für weniger Unkraut. Wer es etwas lichter mag, kann auch hübsche Lückenfüller, beispielsweise Römische Kamille pflanzen.

Umweltfreundliche Gemüsenetze

Um frühe Aussaaten vor Kälte oder Schädlingen zu schützen, bedienen sich Gärtner:innen gerne der Gemüseschutznetze oder einem Gartenvlies. Diese sind meistens aus Folie oder Kunststoff und damit nicht sehr umweltfreundlich. Die Alternative sind Abdeckgaze aus Baumwolle, die nicht nur wiederverwendbar, sondern auch kompostierbar sind. Eine andere Möglichkeit ist das Garten-Mulchpaier, das nach erfolgreichem Einsatz einfach untergraben werden kann.

Umweltbewusster Handbetrieb

Der Beschnitt mit der Handschere lässt Büsche oder kleine Obstbäume weniger zerrupft aussehen und viele Ziersträucher lassen sich auch so in Form bringen. Nachhaltige Gartengeräte ersetzen vielleicht nicht die Muskelkraft, schonen aber die Umwelt. Große Geräte, die nur hin und wieder genutzt werden, beispielsweise Gartenhäcksler, können Gartennachbarn auch untereinander nutzen. Um auf dem Balkon zu gärtnern, reichen „Handgeräte“ aus.

Nützlingen ein Zuhause bieten

Wenn alles zu blühen anfängt, summt und surrt es auch. Allerlei Nützlinge, die im Garten oder auf dem Balkon umherschwirren oder flattern, kann man in ihrer „Arbeit“ unterstützen. Manche Wildbienenarten und andere Insekten, die durch Bestäubung für Artenvielfalt in der Pflanzenwelt sorgen, legen ihre Eier in Röhren ab. Ein selbstgebautes Insektenhotel wird durch eine Vielzahl verschiedener Röhren gern als temporäres Zuhause und Brutstätte genutzt. Heimische Vögel trällern nicht nur gern, sie sind auch nützliche Schädlingsbekämpfer. Blattläuse haben kaum noch eine Chance, wenn es genügend Vögel in der Umgebung gibt. Im Garten sind Nistkästen einfacher unterzubringen, aber vielleicht findet sich auch auf dem Balkon eine Möglichkeit zur Anbringung eines solchen Nistkastens.

facebook icon twitter icon mail icon