Wissenswertes über Rhabarber

Der Rhabarber ist ein zur Familie der Knöterichgewächse gehörendes Stangen- bzw. Stielgemüse. Zu den Stangengemüsen zählen außerdem z.B. Spargel oder Stauden- bzw. Stangensellerie. Die essbaren Blattstängel der Rhabarberpflanze werden bis zu 70 cm hoch und 5 cm dick. Besonders verbreitet und beliebt ist sie in Mitteleuropa, Asien und Nordamerika. Weltweit soll es über 100 Sorten geben, wobei meistens nur zwischen rotem und grünem Rhabarber unterschieden wird. Das liegt daran, dass sich an der Farbe der Geschmack erkennen lässt: während grüne Stangen ziemlich sauer werden können, sind rote eher mild, da sie weniger Säure enthalten. Die Rhabarbersaison beginnt im April und dauert bis Ende Juni. Der Johannistag am 24. Juni gilt als Richtwert für das Ende der Rhabarberzeit. Theoretisch könnte die Pflanze noch weiter beerntet werden, allerdings bildet sie wenn es zu warm wird vermehrt Oxalsäure, die in großen Mengen für Menschen schädlich sein kann. Außerdem braucht sie eine Ruhepause, um im nächsten Jahr wieder kräftig wachsen zu können.

Herkunft

Rhabarber stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Es lässt sich allerdings nur schwer eingrenzen, von wo genau. Vermutet wird seine Heimat im Gebiet des Himalaya, möglicherweise im heutigen China oder Tibet. Von dort aus soll die Pflanze über Südrussland nach Europa gelangt sein, wo sie seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts angebaut wird. Als erstes Anbaugebiet in Deutschland gelten die Hamburger Vierlande. In China wird Rhabarber bis heute als Heilpflanze verwendet.

Gesundheitliche Wirkung

Rhabarber ist ein kalorienarmes Gemüse, das kaum Zucker oder Fett enthält, aber gleichzeitig viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Besonders reich sind die gesunden Stangen an Kalium und Eisen sowie Vitamin C und Beta-Carotin. Ebenfalls enthalten sind Calcium, Phosphor, Apfel- und Zitronensäure und – nicht zu vergessen – Oxalsäure. Oxalsäure kann in großen Mengen giftig sein, weshalb häufig davor gewarnt wird. Sie bindet im Körper Calcium an sich, welches dann nicht mehr genutzt werden kann. Der Verzehr kann außerdem die Bildung von Nierensteinen fördern und die Aufnahme von Eisen hemmen. Grundsätzlich ist Oxalsäure aber auf keinen Fall schlecht! Sie sorgt erst für den einzigartigen Rhabarbergeschmack und wirkt zusammen mit anderen Säuren verdauungsfördernd, antibakteriell, blutreinigend und entschlackend. Damit ein gesunder, erwachsener, etwa 60 Kilogramm schwerer Mensch die Wirkung der Oxalsäure zu spüren bekommt, müsste er 36 Kilogramm frischen Rhabarber essen. Lediglich kleine Kinder oder Menschen, die zu Rheuma, Arthritis oder Gicht neigen, sollten Rhabarber lieber nur in geringen Mengen verzehren oder im Zweifel ganz darauf verzichten. In der chinesischen Naturheilkunde wird Rhabarber schon seit Jahrtausenden als Mittel zu Blutreinigung und Verdauungsförderung verwendet.

Tipps zur Verarbeitung

In der Küche werden lediglich die Rhabarber-Stangen verwendet, nicht die Wurzel und auch nicht die Blätter, da diese einen zu hohen Oxalsäure-Gehalt aufweisen. Rote Stangen enthalten weniger Säure als grüne, weshalb sie in der Regel einen milderen Geschmack haben. Zunächst werden die Stangen gewaschen, dünn geschält und die Stilenden abgeschnitten. Zarte, junge Stangen müssen nicht unbedingt geschält werden. Da der Garprozess den Oxalsäure-Gehalt reduziert, sollte Rhabarber lieber gekocht und nicht roh verzehrt werden. Außerdem wird empfohlen, das Kochwasser wegzuschütten und nicht weiter zu verwenden. Prinzipiell ist roher Rhabarber jedoch nicht giftig. In gewisser Weise ist er sogar besonders gesund, da beim Kochen einige Vitamine und Mineralstoffe verloren gehen. Schonender ist es, den Rhabarber zu dämpfen. Traditionell wird Rhabarber zu Kuchen, Kompott oder Marmelade verarbeitet und mit calciumreichen Lebensmitteln wie Milchprodukten kombiniert. Genauso lecker ist er im Gemüseeintopf oder in einer Gemüsepfanne, im Smoothie, Salat oder als Beilage zu Fleisch oder Fisch. Es gibt jede Menge Gerichte und Rezeptideen, die nur darauf warten, von dir ausprobiert zu werden! Wenn Du noch Inspiration suchst, schau doch mal bei unseren Rezepten vorbei!

Tipps zur Lagerung

Da Rhabarber schnell austrocknet, solltest Du ihn möglichst frisch verarbeiten. Ein Zeichen für Frische sind z.B. feuchte Schnittstellen. Außerdem sollten die Stangen fest und glänzend sein. Du kannst Rhabarber in einem feuchten Küchentuch einige Tage bis zu maximal einer Woche im Gemüsefach deines Kühlschranks aufbewahren. Gewaschen, geschält und geschnitten lässt er sich auch wunderbar einfrieren. Nach dem Auftauen ist er zwar etwas weich, lässt sich aber immer noch zu leckerem Kompott etc. verarbeiten. Wenn Du deinen Rhabarber auf andere Weise haltbar machen willst, kannst Du ihn einwecken oder zu Marmelade verarbeiten.

Rhabarber selbst anbauen

Eine Rhabarberpflanze darf in keinem Gemüsegarten fehlen. Bei Hobbygärtner*innen ist sie so beliebt, da sie äußerst unkompliziert und robust ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten muss sie nicht jedes Jahr den Standort wechseln. Bis zu zehn Jahre lang kann eine Rhabarberpflanze am gleichen Ort stehen bleiben, wobei sich der Ertrag bestenfalls von Jahr zu Jahr steigert. Gepflanzt wird Rhabarber am besten im zeitigen Frühjahr oder im Herbst. Am besten gedeiht er an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit humosem, tiefgründigem Boden. Hebe zunächst ein Loch aus, das größer ist als der Wurzelballen deiner Pflanze. Fülle dann etwas Kompost (und ggf. weiteren organischen Dünger wie Hornspäne) hinein, setze die Pflanze darauf und schütte das Loch wieder zu. Du solltest darauf achten, dass schon eine einzige Rhabarberpflanze relativ viel Platz benötigt, nämlich etwa einen Quadratmeter. In den ersten beiden Jahren wäre es gut, die Pflanze noch nicht zu beernten, damit sie schön groß und kräftig wird. Ab dem dritten Jahr kannst Du immer etwa die Hälfte der Stangen ernten. Dabei ist es wichtig, dass Du sie herausdrehst und nicht abschneidest, da der Rest am Wurzelstock ansonsten verfaulen würde. Auch wenn dein Rhabarber blüht, kannst Du ihn unbedenklich verzehren. Das ändert nichts an seinem Oxalsäure-Gehalt. Pflege braucht deine Rhabarberpflanze wenig, Du solltest nur daran denken, sie regelmäßig zu gießen. Auch Frostschutz ist unnötig. Wenn Du deinen Rhabarber nach etwa zehn Jahren umpflanzen möchtest, ist es ratsam, dies im September oder Oktober zu tun, da sich die Pflanze dann in einer Ruhephase befindet. Im gleichen Zug solltest Du sie verjüngen. Das bedeutet, dass Du den Wurzelballen deines Rhabarbers, wenn Du ihn ausgegraben hast, mit einem sauberen Spaten in mehrere Stücke teilst. An jedem Stück muss dabei mindestens eine Knospe sein. Die Schnittstellen sollten vor dem erneuten Eingraben gut abgetrocknet sein.