Johannisbeeren

Fast jeder kennt den süß-säuerlichen Geschmack dieser kleinen Beeren und viele haben selbst einen Strauch im Garten: die Johannisbeere erfreut uns alljährlich ab Ende Juni mit ihren schmackhaften, aromatischen und äußerst gesunden Früchten. Im Unterschied zu beispielsweise Erdbeeren, die eigentlich gar keine Beeren sind, sondern Nussfrüchte, gehören Johannisbeeren tatsächlich zu den Beerenfrüchten, genauer gesagt zur Familie der Stachelbeergewächse. Die etwa erbsengroßen, glatten Beeren wachsen an Rispen und enthalten in ihrem Fruchtfleisch viele kleine Kerne.

Sorten und Herkunft

Optisch unterscheiden sich Johannisbeeren durch ihre verschiedenen Farben. Hauptsächlich finden sich hierzulande schwarze, rote und weiße Sorten, wobei es inzwischen auch z.B. rosafarbene oder gelb-grünliche Johannisbeeren gibt. Im Geschmack gibt es ebenfalls Unterschiede: während die schwarzen Beeren eher herb-aromatisch schmecken, besitzen die roten einen säuerliches und die weißen ein süßeres Aroma. Bei weißen Johannisbeeren handelt es sich allerdings nicht um eine eigene Gattung, sondern eine weit verbreitete Zuchtform aus der roten Johannisbeere. Auf rote Johannisbeeren trifft man in Deutschland am häufigsten, obwohl die weißen als schmackhafter und die schwarzen als gesünder gelten. Insgesamt gibt es um die 50 kultivierte Sorten von Johannisbeeren, die im Laufe der Zeit durch Kreuzungen verschiedener wilder Sorten entstanden sind.

Wild wachsen Johannisbeeren vor allem in Mittel- und Osteuropa, Nordamerika sowie Nordwestasien. Etwa seit dem Ende des 15. Jahrhunderts wurden sie kultiviert, zunächst in Klostergärten. Mit der Zeit fanden sie ihren Weg in private Gärten und die Landwirtschaft. Heute sind Johannisbeeren, sowohl in wilder als auch kultivierter Form, fast überall dort zu finden, wo gemäßigtes Klima herrscht.

Woher haben die Beeren ihren Namen?

Der Name Johannisbeere leitet sich von Johannes dem Täufer ab. Sein Geburtstag, der Johannistag, ist am 24. Juni. Ab diesem Tag können in der Regel die ersten Johannisbeeren geerntet werden. Ribes, der botanische Name der Johannisbeere wirft ebenfalls Fragen auf: es ist nämlich der gleiche wie der des Rhabarbers. Wie kann das sein? Aus schriftlichen Überlieferungen soll hervorgehen, dass die Johannisbeere vom Botaniker und Arzt Simon Januensis Ende des 13. Jahrhunderts nach dem bereits bekannten Rhabarber benannt wurde, da sie ebenso säuerlich schmecken und ebenso gesund sind. Der ursprüngliche Name Ribas wandelte sich im Laufe der Zeit in Ribes.

Wie gesund sind Johannisbeeren wirklich?

Dass Johannisbeeren sehr gesund sein sollen, ist kein Gerücht. Zudem sind sie auch noch gut bekömmlich. Johannisbeeren enthalten große Mengen Vitamin C, sowie Provitamin A, B-Vitamine und Vitamin E. Auch an Mineralstoffen mangelt es nicht. In den kleinen Beeren stecken vor allem Eisen, Kalium, Calcium und Magnesium. Dazu kommen Ballaststoffe, organische Säuren, sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle. Die schwarze Johannisbeere gilt als Superfood, da sie die meisten gesunden Inhaltsstoffe vorweisen kann. Beim Vitamin C wird das besonders deutlich: 100g schwarze Johannisbeeren enthalten etwa viermal mehr als die gleiche Menge Zitronen. Hast Du von der Johannisbeerpflanze schon einmal etwas anderes gegessen als nur die Beeren? Wenn nicht, solltest du das unbedingt probieren! Die Knospen können beispielsweise geerntet werden und deinem nächsten Salat das gewisse Etwas verleihen. Junge Blätter eignen sich hervorragend zum Würzen von Suppen und aus den älteren, am besten frisch gepflückten Blättern, wird ein wohltuender Tee, der bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Blasenentzündung und Erkältungen hilft. Es lohnt sich daher immer, einen eigenen Strauch im Garten oder auf dem Balkon zu haben.

Tipps für eigene Johannisbeeren

Rote, weiße und schwarze Johannisbeeren sind relativ unkomplizierte Pflanzen, die sich daher auch für Gartenanfänger*innen eignen. Sie alle haben ähnliche Ansprüche an ihren Standort: er sollte windgeschützt und sonnig bis halbschattig sein, der Boden locker und nährstoffreich, nicht zu trocken und nicht zu feucht. Sowohl Kälte als auch Hitze können dem Johannisbeerstrauch zu schaffen machen. Es kann dann dazu kommen, dass die Pflanze ihre Blüten abwirft, was „verrieseln“ genannt wird. Das passiert ebenfalls, wenn zu wenige Blüten von Insekten bestäubt wurden. Es ist also ratsam, robuste Sorten zu wählen und verschiedene Sorten zusammen zu pflanzen. Johannisbeeren sind zwar Selbstbestäuber, der Ertrag wird jedoch erhöht, wenn mehrere Pflanzen beieinander stehen. Es handelt sich bei Johannisbeersträuchern um Flachwurzler, die nicht so gut an Nährstoffe und Wasser aus den tieferen Bodenschichten gelangen. Daher freuen sie sich über eine ökologische Düngung z.B. mit Kompost und eine dicke Mulchschicht, die hilft, das Wasser in der Erde zu speichern. Besonders im Kübel z.B. auf dem Balkon ist das wichtig. Die beste Pflanzzeit für Johannisbeeren ist der Herbst. So können die Sträucher ausreichend Wurzeln bilden, um im zeitigen Frühjahr blühen zu können. Je nach Sorte werden die ersten Beeren ab Ende Juni reif. Es kann sein, dass sich der ein oder andere Vogel eine Beere genehmigt. Wenn Du deinen Strauch schützen möchtest, umhüllst Du ihn am besten mit einem geeigneten Netz. Andererseits ist es gar nicht schlecht, mit den Vögeln zu teilen und sie dadurch in den Garten zu locken. Denn viele Schädlinge, die eventuell deine anderen Pflanzen befallen, schmecken den Vögeln genauso gut wie deine Beeren. Verschnitten werden Johannisbeersträucher in der Regel einmal im Jahr, je nach Sorte im zeitigen Frühjahr oder nach der Ernte, sodass die Beeren immer genug Licht bekommen um groß und süß zu werden.

Tipps zu Ernte und Verarbeitung

Da nicht alle Beeren gleichzeitig reifen, solltest du mehrmals ernten. Achte dabei darauf, dass es trocken ist, da die Beeren bei Feuchtigkeit schneller verderben. Außerdem solltest Du die kleinen Blättchen am Fruchtstiel nicht abmachen, da aus ihnen im nächsten Jahr wieder Blüten und somit hoffentlich Früchte werden. Reife Beeren erkennst du daran, dass ihre entsprechende Färbung ausgeprägt ist und sie sich weich anfühlen. Frische Johannisbeeren, egal ob selbst geerntet oder gekauft, sollten zügig, am besten am selben Tag, verzehrt bzw. verarbeitet werden. Wenn Du sie aufbewahren möchtest, leg sie am besten an ihren Rispen in den Kühlschrank und entferne regelmäßig faulige oder schimmlige Beeren. Eingezuckert halten sich Johannisbeeren bis zu drei Tage. Es ist auch möglich, sie einzufrieren.

Johannisbeeren werden gern direkt vom Strauch genascht, in Joghurt, Müsli, Obstsalat gegessen oder als Garnitur auf oder Zutat in verschiedenen Gerichten sowie Smoothies und Desserts verwendet. Häufig werden aus ihnen Saft, Marmelade, Gelee, Likör oder Süßspeisen wie rote Grütze hergestellt. Wenn dich die für die Johannisbeeren typischen kleinen Kernchen stören, kannst Du die Beeren pürieren und anschließend durch ein feines Sieb streichen. Darin bleiben die Kerne hängen und Du kannst den Geschmack der Beeren ganz ohne genießen. Obwohl die schwarze Johannisbeere am gesündesten ist, ist sie relativ selten in den Hausgärten hierzulande zu finden, da sie intensiv duftet und einen besonderen Geschmack hat. Sie wird deshalb eher zu Cassis-Produkten wie Saft, Fruchtgummis, Bonbons, Marmeladen, Likör oder sogar Parfüms weiterverarbeitet. Cassis ist die französische Bezeichnung für schwarze Johannisbeeren.

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