Himmlische Himbeeren

Botanisches

Die Himbeere ist ein sommergrüner Scheinstrauch, der zur Familie der Rosengewächse gehört. Wer einen Himbeerstrauch im Garten hat, kennt die feinen Stacheln an ihren bis zu 2,5 Meter hohen Ruten, die daran erinnern. Die Ruten treiben jedes Jahr neu aus, während das Rhizom, also der Wurzelstock, im Boden überwintert. Die Himbeere ist ein Waldpionier, der gern kahle Flächen, Lichtungen oder Waldränder besiedelt. Darüber hinaus wird die Pflanze aufgrund ihrer schmackhaften und gesunden Früchte in vielen Gärten und in der Landwirtschaft kultiviert. Bei den Früchten handelt es sich eigentlich gar nicht um Beeren, sondern um Sammelsteinfrüchte, zu denen beispielsweise auch Brombeeren zählen. Anders als bei den Brombeeren ist die Himbeere nur ganz leicht an den Blütenboden gebunden und lässt sich einfach abziehen. Der Strauch blüht zwischen Mai und August. Die Ernte beginnt meist im Juni und dauert bis in den Herbst hinein, je nachdem, um welche Sorte es sich handelt und wann der Frost kommt. Es werden Sommer- und Herbsthimbeeren unterschieden. Fast automatisch denken wir bei Himbeeren an farbintensive, rosa-rote Früchte, dabei gibt es auch schwarze oder gelbe Himbeeren. Außerdem werden verschiedene Wuchsformen unterschieden. Die Verbreitung der Himbeere erfolgt durch Wurzelsprosse oder über Vögel, die die Früchte fressen und an einem anderem Ort wieder ausscheiden. Ihr botanischer Name ist Rubus idaeus.

Geschichtliches

Die Himbeere gehört zu den ältesten Nahrungspflanzen der Menschheit. Archäologische Funde haben belegt, dass sie bereits in der Steinzeit ein wichtiges Obst auf dem Speiseplan unserer Vorfahren waren. Seit dem Altertum ist die Himbeere als Heilpflanze bekannt und schon im Mittelalter wurde sie vor allem in Klöstern angebaut. Aus den wilden Himbeeren, die noch immer in den mitteleuropäischen Wäldern wachsen, wurden mit der Zeit Kulturhimbeeren mit größeren und süßeren Früchten gezüchtet. Inzwischen gibt es hierzulande auch Himbeeren zu kaufen, die von ganz anderen wilden oder kultivierten Sorten abstammen. Die Himbeere trägt zahlreiche regionale Volksnamen, was deutlich macht, wie breit und vielfältig die Pflanze von den Menschen genutzt wurde. Beispiele für solche Namen wären Madebeere, Hohlbeere, Katzenbeere oder Ambas. Die Bezeichnung Himbeere leitet sich vom Althochdeutschen hintperi ab, was so viel wie „Beere der Hinde“ (Hirschkuh) bedeutet. Tatsächlich gehören wilde Himbeeren zu den Leibspeisen von Hirschen.

Kultivierung und Saison

Aus den verschiedenen wilden Sorten von Himbeeren, die in den gemäßigten und borealen Klimazonen weltweit wachsen, wurden mit der Zeit unzählige neue Himbeersorten gezüchtet. Heute gibt es kaum eine Form oder Farbe, die eine Himbeere nicht annehmen kann. Die süßen Früchte werden überall dort angebaut, wo es das Klima zulässt. Die Saison der Sommerhimbeeren beginnt Mitte Juni und dauert bis Ende Juli. Die Erntezeit der Herbsthimbeeren geht von Anfang August bis Ende September. Während im Supermarkt beinahe das ganze Jahr hindurch Himbeeren aus aller Welt angeboten werden, ist eher zum Kauf von regionalen Bio-Himbeeren zu raten. Diese sind mit Sicherheit nicht pestizidbelastet und haben einen wesentlich geringeren CO2-Fußabdruck.

Anbau im eigenen Garten

Grundsätzlich lassen sich Himbeeren wie auch andere Beerensträucher leicht selbst im Garten anbauen. Wenn Du die folgenden Punkte beachtest, steht deiner eigenen Himbeerernte im Grunde nichts mehr im Weg. Himbeeren möchten gern einen halbschattigen bis sonnigen Standort in nährstoffreichem Boden. Kalk vertragen sie weniger gut. Sie sind frosthart und haben auch im Sommer nur geringe Wärmeansprüche. Als Flachwurzler wird ihr allerdings Trockenheit schnell zum Verhängnis. Am liebsten ist der Himbeere ein gleichmäßig feuchter Boden (aber keine Staunässe!) und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Mulch ist eine tolle Möglichkeit, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, das Unkraut zu unterdrücken und gleichzeitig die Pflanze zu düngen. Am besten eignen sich Laub oder Kompost. Kompost kannst Du deinen Himbeeren sowieso etwa einmal im Jahr geben, um sie mit neuen Nährstoffen zu versorgen. Schon bei der Pflanzung deines Strauchs kannst Du den Boden damit anreichern. Zudem ist es sinnvoll, die Erde vorher aufzulockern.

Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen ist das Frühjahr oder der Herbst. Du brauchst nur eine Stelle mit ausreichend Platz (ca. einem Quadratmeter) auszusuchen, ein Loch auszuheben und den Strauch hineinzusetzen, sodass der Wurzelballen komplett in der Erde verschwunden ist. Anschließend ist kräftiges Angießen notwendig. Für die Kultivierung im Kübel, z.B. auf der Terrasse oder dem Balkon, eignen sich Herbsthimbeeren besser, da sie nicht so groß werden. Himbeeren blühen und fruchten je nach Sorte und Pflanzzeitpunkt etwa 6-12 Monate der Pflanzung. Mit einem Vollertrag ist spätestens nach zwei Jahren zu rechnen. Über die nächsten zehn Jahre wirst Du deinen Strauch mindestens nutzen können. Sommerhimbeeren tragen nur an den zweijährigen Ruten Früchte. Nach der Ernte kannst Du diese abschneiden. Herbsthimbeeren können nach der Saison komplett heruntergeschnitten werden.

Wirkungen auf die Gesundheit

Dass Himbeeren und ihre Blätter gesund sind, ist den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Doch welche Stoffe sind dafür verantwortlich und wie wirken sie im Körper? Himbeeren enthalten unter anderem Vitamin C und E, sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Kupfer, Mangan, Magnesium und Eisen. Besonders gesund sind vor allem ihre sekundären Pflanzenstoffe, allen voran die Anthocyane, die antioxidativ und antientzündlich wirken und vor Krebs schützen. Dazu kommen Fruchtsäuren und zahlreiche Ballaststoffe, die die Verdauung regulieren. Die Gesamtheit der Inhaltsstoffe der Himbeere fördert das Immunsystem und die Wundheilung, senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beeinflusst die Darmflora positiv. Außerdem enthalten Himbeeren viel Wasser, wenig Zucker und noch weniger Fett. Sie zählen zu den basischen Lebensmitteln. Himbeerblätter sind durch ihre Gerbstoffe ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Aus ihnen gekochter Tee wird gegen Durchfall, menstruationsbedingte Krämpfe, Entzündungen im Mund- und Rachenraum und in der Geburtsheilkunde eingesetzt.

Lagerung und Verwendung

Da Himbeeren leider sehr empfindlich sind, werden sie häufig frisch vom Strauch genascht. Im Kühlschrank halten sie sich maximal 2-3 Tage. Länger haltbar werden die süßen Beeren, indem Du sie einfrierst, einkochst oder zu anderen Leckereien weiterverarbeitest. Um beim Einfrieren zu verhindern, dass alle deine Himbeeren zu einem großen Klumpen zusammenkleben, solltest Du sie zunächst einige Stunden auf einem Tablett vorfrieren und danach in einen gut verschließbaren Behälter umfüllen. Ansonsten werden Himbeeren klassischerweise zu Marmelade, Gelee, Kompott, Fruchtgrütze, Saft oder Himbeergeist verarbeitet, dienen als fruchtiger Kuchenbelag oder werden zu Quark, Joghurt sowie im Müsli gegessen. Genauso gut schmecken sie als Eis oder in Smoothies und Cocktails. Meist werden Himbeeren in süßen Speisen und Getränken verwendet, ihr aromatischer Geschmack verleiht aber auch herzhaften, würzigen und pikanten Gerichten eine feine, süß-säuerliche Note. Sehr gut harmoniert das Himbeeraroma beispielsweise mit Rucola oder Ziegenkäse.