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Aus dem Näh-Kistchen ...

Kunden und ihre Kisten-Geschichte: Heidi und Stefan

In den vergangenen 25 Jahren hat die Märkische Kiste abertausende Kund:innen beliefert und ist stetig gewachsen – an den Anforderungen, der Veränderungen und sich selbst. Mittlerweile ist das Team gefühlt riesig, eine große Familie. Es ist schön, wenn Menschen von Anfang an dabei sind und auch heute noch Teil der „Märkische Kiste Familie“ sind und damit die Idee und den Glauben an die Sache mittragen. Da wir euch Kundenstimmen nicht vorenthalten möchten, freuen wir uns über die Zeilen von Heidi, die zum einen Geschäftsführerin des Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V. und zum anderen begeisterte Kundin ist. Gemeinsam mit ihrem Mann Stefan gehören sie sogar zu den Kunden der ersten Stunden. Aber lest selbst.

Eigentlich wollten wir mit „Es war einmal …“ beginnen. Aber wir haben es uns anders überlegt. Zum einen ist das, wovon wir berichten möchten, erst so rund 30 Jahre her und zum anderen handelt es sich nicht um ein ein Märchen, sondern um eine wahre Geschichte - die Geschichte eines Unternehmens und auch die Geschichte einer Freundschaft.

„Weißt Du noch…?“, passt viel besser. Diese drei Worte, die den Rückblick in fernere Tage gemeinsamer Erlebnisse einleiten, die uns schmunzeln lassen, manchmal auch nachdenklich machen. Drei Worte, die ein unsichtbares Band zwischen den Menschen weben. Wer „weißt du noch…?“ zu jemandem sagen kann, der zeigt, wir haben Lebenszeit geteilt, wir haben gemeinsam etwas erlebt und getan. Und wir sind stolz und froh, dies auch zu Christoph Scholz sagen zu können:

„Weißt du noch Christoph, wie wir jedes Jahr den BUND-Stand für die Grüne Woche aufbauten? Oder wie wir 1992 stundenlang und viele Wochen an dieser Broschüre gearbeitet haben, die wir „Bio-direkt“ nannten? Das war ein Knaller, weil es so etwas noch nicht gab - eine Auflistung aller biologisch wirtschaftenden Höfe in Berlin und Brandenburg. Noch nie vorher waren so viele Presseleute in die BUND-Geschäftsstelle in der Crellestraße gekommen. Wir schafften es bis ins Fernsehen. Und später habt ihr, Sabine und du, quasi aus dem Nichts diese Firma gegründet. Heute würde man wohl „Startup“ dazu sagen. Ihr hattet keine großen Rücklagen, die ihr einbringen konntet und habt bei „Null“ begonnen - mit einem einzigen Auto, dafür aber mit unfassbar viel Enthusiasmus und Realitätssinn. Wir haben euch dafür bewundert, weil es wirklich mutig war. Ihr habt eure Jobs aufgegeben und ganz klein angefangen.

Wenn wir uns richtig erinnern, bist du sehr lange auch selbst gefahren und hast ausgeliefert. Verzeih´, dass wir nicht von Anfang an Kunden gewesen sind. Wir waren noch in dieser wunderbaren Food-Coop und sind jede Woche nach Marienfelde gedüst, um gemeinsam mit 20 anderen Familien die bestellten Bio-Lebensmittel untereinander aufzuteilen - in einer nicht mehr benötigten Garage, die mit Regalen ausgestattet worden war. Aber als wir mit dem Studium fertig waren, die ersten Jobs hatten und kaum noch Zeit, da war auch die Zeit des Abschieds von der Food-Coop gekommen. Die Bio-Supermärkte schossen schier aus dem Boden und unsere Food-Coop ging auseinander. Ich weiß noch, wie du uns beim Plenum besuchen kamst, in der die Auflösung nach über zehn Jahren beschlossen wurde. Du hast uns die Märkische Kiste ans Herz gelegt. Seitdem sind wir nicht nur Freunde, sondern auch deine Kunden.

Was war das für eine Umstellung für uns - Luxus pur. Die Lebensmittel mussten nicht mehr ran geschleppt werden, sie wurden uns vor die Tür gestellt: Bio, frisch und lecker. Unzählige Wochen, Jahre und Kisten später sind wir immer noch begeistert, freuen uns, wenn wir freitags müde von der Arbeit nach Hause kommen, dass der Türrahmen mit grünen Kisten ausgefüllt ist. Stefan und ich, wir gratulieren dir zu 25 Jahren Märkische Kiste - zu deinem Mut, deiner Beharrlichkeit auch in den schwierigen Phasen und deinem ungebrochenen Enthusiasmus. Aber wir gratulieren auch uns selbst, denn die Entscheidung, auf die Kiste zu kommen, war und ist goldrichtig.

Lieber Christoph, du gehörst zu jenen Menschen, die den ökologischen Landbau vorangebracht haben, die durch den Ausbau der regionalen Vermarktung und die ökologische Ausrichtung des Unternehmens Vorbild sind für eine Wirtschaftsweise, die die Zukunft sein wird.

Heidi und Stefan

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