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6 Tipps für deine insekten- und umweltfreundliche Ernährung

Lebensmittel aus konventioneller vs. ökologischer Landwirtschaft

Mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Im Jahr 2019 betrug der Anteil des ökologischen Landbaus daran etwa 7,8%. Der Plan der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist, diesen Anteil bis 2030 auf 20% zu erhöhen. Denn wie Du weißt, unterscheiden sich die Anbauweisen der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft in einigen Punkten. Und das hat Konsequenzen für die Insekten und die Umwelt.

Im konventionellen Anbau ist das Ziel, möglichst viel zu ernten. Aus diesem Grund werden meist im großen Stil Monokulturen bewirtschaftet sowie chemischer Dünger und Pestizide, sogenannte Pflanzenschutzmittel, eingesetzt. Insekten brauchen über das ganze Jahr hinweg eine naturnahe Umwelt mit großer Artenvielfalt, um ausreichend Nahrung und Rückzugsorte finden zu können. Riesige Monokulturen bieten beides nicht. Dazu kommt, dass durch den Anbau untypischer Arten und Sorten und mineralisch gedüngte Böden einheimische Wildpflanzen, die Hauptnahrungsmittel der Insekten, verdrängt werden. Auch Lachgas, ein Treibhausgas, wird durch Stickstoffdünger freigesetzt. Zu den Pestiziden oder Pflanzenschutzmitteln zählen Herbizide, die gegen Beikräuter wirken, Fungizide, die einen Pilzbefall verhindern und Insektizide, die Insekten fernhalten sollen. Auf diese Weise werden nicht nur Insekten selbst, sondern auch ihre Nahrungspflanzen und weitere Organismen geschädigt. Selbst, wenn die Mittel sorgsam und lediglich auf den entsprechenden Felder angewendet werden, haben sie einen Einfluss auf die umliegende Natur.

Der ökologische Landbau legt dagegen Wert auf eine ressourcenschonende, umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft. Laut der EU-Bio-Verordnung verfolgt sie unter anderem das Ziel, einen Beitrag zu einer großen Artenvielfalt zu leisten. Eine entscheidende Maßnahme ist der Verzicht auf jegliche chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ökologisch bewirtschaftete Böden bieten dadurch viel bessere Voraussetzungen für heimische Wildpflanzen und Tiere. Damit der Ertrag trotz der Anwesenheit von Beikräutern, Schädlingen und Krankheiten groß genug ist, greifen Bio-Landwirt*innen und Bio-Gärtner*innen auf spezielle Methoden zurück. Diese sind aufwendiger, als chemische Mittel zu spritzen, weshalb Bio-Lebensmittel teurer sind als Nicht-Bio-Lebensmittel.

Beikräuter werden beispielsweise verschüttet oder mechanisch entfernt, teilweise werden sie auch toleriert. Somit finden Insekten Nahrung auf den Feldern. Um Schädlinge in Grenzen zu halten, werden gezielt Nützlinge eingesetzt oder angelockt. Dazu werden z.B. am Rand der in der Regel kleineren Felder Blühstreifen, Hecken oder sonstige Säume angelegt, wodurch Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Co. geschaffen werden. Ein großer Teil von Krankheiten kann durch gut abgestimmte, weite Fruchtfolgen bekämpft werden, die auch Zwischenfrüchte bzw. Gründüngung miteinschließen. Der Anbau von Zwischenfrüchten bzw. die Gründüngung verbessert und schützt den Boden, indem nach dem Abernten der Hauptkultur Pflanzen wie Lupine, Klee, Buchweizen, Ackerbohne, Senf, Rettich, Phacelia, Gräser etc. angebaut werden. Diese lockern den Boden, reichern ihn mit Stickstoff an, schützen vor Erosion, halten unerwünschte Beikräuter und Schädlinge zurück, und werden anschließend zu nährstoffreichem Humus. Außerdem erhöht die Gründüngung die Artenvielfalt auf dem Feld und dient vielen Insekten als Nahrung. Die ökologische Landwirtschaft setzt zudem auf robuste und resistente Sorten sowie Arten- und Sortengemische, wodurch mehr Biodiversität erreicht wird.

Wie Du siehst, bietet der ökologische Landbau viele Vorteile für Insekten und Umwelt. Landwirtschaftliche Flächen sind nachweislich artenreicher, wenn sie ökologisch bewirtschaftet werden. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl an Organismen. Je strenger die Regeln des Bio-Siegels, nach denen ein Betrieb wirtschaftet, desto besser. Achte daher gern auf Bioland-, Naturland- und Demeter-zertifizierte Produkte.

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Regionales und Saisonales

Heimische Insekten brauchen eine Vielfalt an heimischen, also regionalen und saisonalen Pflanzen, um das ganze Jahr hindurch ihre Lieblingsnahrung zu finden. Doch nicht nur die Insekten, die gesamte Umwelt und das Klima profitieren davon, wenn Du dich für saisonale Produkte aus regionalem Bio-Anbau entscheidest. Zum einen wird weniger Energie und Wasser verbraucht, zum anderen werden Abgase und Kosten, die beim Transport entstehen sowie Verpackungsmüll gespart. Auch du selbst profitierst von erntefrischen Lebensmitteln, denn sie enthalten noch mehr gesunde Inhaltsstoffe und schmecken intensiver. Gleichzeitig wird dein Speiseplan abwechslungsreich, ohne dass du groß darauf achten musst. Die Märkische Kiste hat ihren Fokus von Beginn an auf möglichst regionale und saisonale Lebensmittel gelegt. Wir sind stolz auf alle unsere langjährigen und neuen Partnerschaften mit Höfen und Betrieben aus dem Raum Berlin-Brandenburg.

Was gibt es gerade aus der Region?

Regionalkiste

Viel Obst und Gemüse

Eine pflanzenbasierte Ernährung, also eine, die hauptsächlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide etc. beinhaltet, ist sehr gesund für dich. Sie ist auch allgemein freundlicher für die Umwelt als eine, die auf tierischen Produkten basiert. Das liegt vor allem daran, dass Tiere Futter brauchen. Für Lebensmittel mit dem gleichen Nährwert werden demnach mehr Platz und Ressourcen wie Wasser benötigt. Beispielsweise werden für die Erzeugung von 1000 kcal Rindfleisch 13,7 Quadratmeter gebraucht und für 1000 kcal Kartoffeln nur 0,3 Quadratmeter. Dazu kommt, dass obwohl Rinder und Ziegen von Natur aus Gräser fressen – und weitläufige Wiesen und Weiden Lebensraum für Insekten bieten würden – häufig extra Mais und Soja angebaut werden, damit die Tiere schneller wachsen. Wenn Rinder und Schafe ihre Nahrung verdauen, entsteht zudem Methan, ein äußerst wirksames Treibhausgas. Dieses entweicht auch aus ihrem Mist und ihrer Gülle.

Wenig verarbeitete Lebensmittel

Das bedeutet ebenfalls: mehr frisches Obst und Gemüse auf deinem Speiseplan. Wenig verarbeitete Lebensmittel zu essen ist besser für die Insekten, die Umwelt und dich selbst. Denn die Herstellung von Fertigprodukten erfordert viel Aufwand, teilweise lange Transportwege und mehrfache (Um-)Verpackungen. Es werden Energie und Ressourcen verbraucht, gleichzeitig entstehen klimaschädliche Gase wie CO2. Dann doch lieber selbst aus frischen Zutaten kochen, das macht sogar noch viel mehr Spaß!

Weniger Lebensmittel verschwenden, weniger Müll produzieren

In Deutschland werden im Schnitt etwa ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen! Die Märkische Kiste möchte dem entgegenwirken. Im Gegensatz zum konventionellen Handel dürfen wir Lebensmittel verkaufen, die nicht den EU-Handelsnormen entsprechen müssen. Denn zu großes, zu kleines oder zu krummes Gemüse, das sonst häufig im Müll landet, schmeckt genauso lecker und ist genauso gesund, wie perfekt geformtes. Außerdem versuchen wir, auf Plastik sowie jegliche unnötige Verpackung zu verzichten. Indem Du bei uns kaufst, sparst Du also bereits Müll!

Du kannst zusätzlich auf deine persönliche Müllproduktion achten, indem Du nicht zu viel auf einmal kaufst und nichts wegwirfst, was noch genießbar ist. Dabei macht Planung viel aus, aber auch Kreativität ist gefragt, wenn es darum geht, aus Resten noch etwas Leckeres zu zaubern. In Verbindung mit einer pflanzenbasierten Nahrung aus möglichst gering verarbeiteten Produkten könnten viele Flächen eingespart werden. Würden wir diese der Natur überlassen oder zumindest naturnah gestalten, gäbe es wieder mehr Raum für heimische Biodiversität, die so wichtig für unser Ökosystem ist.

Mariekäferlarve an Tomatenjungpflanze

Essen aus dem eigenen Garten oder vom Balkon

Du hast selbst einen grünen Daumen? Oder wolltest schon immer mal probieren, dich mit deinen liebsten Gemüse- und Obstsorten selbst zu versorgen? Das ist eine tolle Idee! Mit ein paar wenigen Handgriffen kannst Du Lebensraum für viele Insekten und Pflanzen schaffen. Und jeder noch so kleine Raum zählt! Insekten freuen sich über viele Pflanzen, die uns ebenfalls sehr gut schmecken z.B. Kürbisgewächse wie Gurken oder Zucchini sowie fast alle Kräuter, die in unseren Breiten wachsen. Am besten sind immer heimische Wildpflanzen. Du siehst, Du kannst mit beeinflussen, was auf unseren Feldern und in unseren Gärten wächst! Gemeinsam können wir einen Unterschied machen und dafür sorgen, dass es den Insekten und der Umwelt besser geht! Wir möchten uns an dieser Stelle von Herzen für jedes Produkt bedanken, dass Du über die Märkische Kiste kaufst!

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